Deutsch-Amerikanischer Frauenclub Hamburg e.V.

Der Deutsch-Amerikanische Frauen-Club Hamburg e.V. (DAFC) wurde 1951 von amerikanischen und deutschen Frauen gegründet, um Kindern in Hamburg in den schweren Nachkriegsjahren zu helfen und die Familien zu entlasten.

Seit 1953 wurden durch den DAFC 10 Spielplatzhäuser von den Einnahmen der Basare gebaut und der Stadt Hamburg geschenkt und die Stadt Hamburg hat sich verpflichtet, die Erzieher/innen zu stellen. 7 dieser Spielhäuser werden bis heute finanziell unterstützt und von unseren Damen betreut. Für die Eltern ist der Besuch ihrer Kinder in diesen Einrichtungen nach wie vor kostenlos. Mittagstisch und Hausaufgabenhilfe werden angeboten.

Ein zweiter großer Arbeitsbereich betrifft den Deutsch-Amerikanischen Studentenaustausch. Unser Club beteiligt sich seit 55 Jahren finanziell und ideell an dem vom Verband der Deutsch-Amerikanischen Clubs durchgeführten Programm und möchte somit das Verständnis von Studenten beider Nationen fördern.

Mit großem Einsatz und Idealismus arbeiten die Mitglieder des Deutsch-Amerikanischen Frauen-Clubs Hamburg e.V. das ganze Jahr über für die sozialen Aufgaben sowie für die deutsch-amerikanische Verbindung und Freundschaft.

In monatlich stattfindenden Meetings werden laufende Projekte geprüft und neue Ideen diskutiert. Auch der gesellschaftliche Teil kommt nicht zu kurz. Monatliche Veranstaltungen, Museumsbesuche, Bridge oder Golfgruppen fördern das freundschaftliche Miteinander.

Neue Mitglieder, die an den genannten Aufgaben und Zielen mitarbeiten möchten, sind uns immer herzlich willkommen!

Veranstaltungen

Do, 22. Mai 2014
Empfang zum 60. Deutsch-Amerikanischen Freundschaftstag im U.S. Generalkonsulat Hamburg

Mo, 29. September 2014, 12:00 Uhr
11. Charity-Bridgeturnier im Golfclub Falkenstein
>> Einladung als PDF

So, 16. November 2014, 12:00-18:00 Uhr
64. Charity-Basar im großen Festsaal des Grand Elysee Hotel Hamburg, Rothenbaumchaussee
>> Einladung als PDF

Mo, 2. Februar 2015, 12:00 Uhr
12. Charity-Bridgeturnier im Golfhotel Treudelberg

Förderprojekte

Mit den Einnahmen aus unserem 63. Charity-Basar und den großzügigen Bar-Spenden, für die wir sehr herzlich danken, konnten wir folgende Projekte unterstützen:

Spielplatzhäuser

Die Spielplatzhäuser wurden vom DAFC erbaut.

1956   Horner Landstraße (BZA Mitte)
Horner Landstraße 246 a, 22111 HH
Tel. 65 01 00 00, Frau Jenni Runge

1959   Spielhaus Wandsbek
Wandsbeker Königsstr. 15, 22042 HH
Tel. 6 52 23 02, Frau D. Hannemann, Frau Hatwig

1962   Langenfort (BZA Nord)
Langenfort 69, 22307 HH
Tel. 6 30 09 98, Frau Schall

1965   Kinderzentrum Kennedy-Haus (BZA Harburg)
Kalischer Straße 18, 21073 HH
Tel. 4 28 71 - 37 58, Frau Dr. Ann-Katrin Jobst

1967   Fahrenort (BZA Altona)
Fahrenort 55, 22547 HH
Tel. 84 58 22, Frau Becker, Frau Mejow

1968   Traunspark (BZA Mitte)
Ausschläger Elbdeich 1 b, 20539 HH
Tel. 78 35 33, Frau Schlaeger

1979   Eppendorfer Park (BZA Nord)
Fricke Straße 1, 20251 HH
Tel. 4 28 04 26 77, Herr Schulz-Tenz

Weihnachts- oder Feriengeld

Folgende Projekte erhielten Weihnachts- oder Feriengeld:

Beratungsstelle Kompaß
Elsastraße 41, 22083 Hamburg

Arbeitsgemeinschaft Karolinenviertel e.V.
Grabenstraße 28, 20357 Hamburg
Förderung der Schularbeitenhilfe und Stabilisierung der sozial-pädagogischen Arbeit sowie Integration der zahlreichen Ausländer in diesem Stadtteil

VDAC Jugendarbeit und Studentenaustausch

1.000 € Spende für den D-A-Homestay-Austausch unseres Verbands VDAC
6.000 € Spende für den D-A Studentenaustausch unseres Verbands VDAC

Außerdem

1.000 € Spende für den Schüleraustausch des Helene-Lange-Gymnasiums in Hamburg und Schülern der Lake Park High School aus Chicago
3.500 € Spende aus dem 9. Bridgeturnier für die Wohn- und Arbeitsstätte "Franziskus e.V." Hamburg
3.000 € Spende aus dem 10. Bridge Turnier für "Kinder in Trauer e.V." Hamburg
1.700 € Spende aus der Handtaschen-Auktion für unsere Spielhäuser in Hamburg
7.000 € Spende an Traumatisierte Soldaten und ihre Familien
2.500 € Spende an "Mentor Hamburg e.V."
1.000 € Spende an das Friedenshort Kloster Heiligengrabe
3.000 € Spende für "Sonnengarten" - die 1. Ev. Kita für schwerst-mehrfachbehinderte Kinder in Hamburg-Osdorf
1.000,-- € Hundetherapie Wilhelmstift HH-Rahlstedt
2.500,-- € Biobauernhof Norderlück (1 Bauwagen zum Basteln für Hamburger Kinder)
1.800,-- € Verein " Von Anfang an ", Hamburg, Beratung für Eltern mit Kindern von 0-3 Jahren
900,--  € Patenschaften für 6 Stühle für das RonaldMcDonald-Haus,  HH-Eppendorf

47 Jahre Unterstützung des Kennedy-Hauses - Rede von Frau Dr. Ann-Katrin Jobst

Sehr geehrte Frau Generalkonsulin,
sehr geehrte Damen des Deutsch-Amerikanischen Frauenclubs,
sehr geehrte Herren, die Sie diese Arbeit von Herzen unterstützen,
sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst einmal möchte ich mich bei Ihnen bedanken, dass Sie mir die Möglichkeit geben, hier im Amerikanischen Generalkonsulat während des Deutsch- Amerikanischen Freundschaftstages die Geschichte einer 47 Jahre währenden Unterstützung des Kennedy-Hauses durch den Deutsch-Amerikanischen Frauenclub zu erzählen.

Die Beziehung des DAFC´s zum Kennedy-Haus fing am 23. November 1963 an. Es war der Morgen nach John F. Kennedys Ermordung und der Tag der Grundsteinlegung des Spielhauses in der Kalischerstraße 18. Wie auch im Falle der anderen Spielhäuser zuvor, hatten Sie, meine Damen, der Freien und Hansestadt Hamburg ein unwiderstehliches Angebot gemacht. Sie gaben 50 000 DM ihrerseits für die Erbauung des Spielhauses und verlangten das Aufrechterhalten des Betriebes seitens der Stadt. Angesichts des ungeheuren Schockes, den der Tod John F. Kennedys nicht nur bei der amerikanischen, sondern auch bei der deutschen Bevölkerung auslöste, kamen anwesende Politiker, sowie Sie, meine Damen, überein, dieses Haus „Kennedy-Haus" zu nennen. Damit hatte das Kennedy-Haus als erstes und bislang auch einziges Haus einen amerikanischen Namen. Seit Anbeginn wird es aus diesem Grunde von der Bevölkerung mit Amerika identifiziert und fühlt sich diesem Namen verpflichtet.

So war es meiner Mutter daher eine Ehre im Kennedy-Haus zunächst unter der damaligen Leitung Elfriede Langer zu arbeiten, um es dann ab 1965 als Leitungskraft selber zu übernehmen.

Das Kennedy- Haus bestand zu diesem Zeitpunkt aus einem 59 qm großen Raum, einer offenen Tischtennishalle von 36 qm und einem Büro von 18 qm, also ein Bungalow von 120 qm, dessen Bausubstanz bis heute solide ist. Zu Mitte der sechziger Jahre wurde die Einrichtung von dreißig bis vierzig Kindern dreistündig morgens und nachmittags aufgesucht. Damals waren die Kinder noch vorwiegend blond und einige der Mütter halfen im Betrieb eifrig mit. Für sie war das Kennedy- Haus ein Kommunikationszentrum, in dem viele langlebige Freundschaften zwischen den Familien entstanden.

Doch nicht alles war damals rosarot durch die Brille der Erinnerung gesehen. Für mich war eine der prägnantesten Erinnerungen kettenschwingende junge Männer in schwarzer Lederkluft mit schweren Motorrädern. Diese Rocker kurvten auf dem Platz herum und parkten ihre Räder in der offenen Tischtennishalle.

Als dies 1967 geschah war nicht nur das pädagogische Geschick meiner Mutter gefragt, die diese jungen Männer mit einband, z. B. als Organisatoren bei Discos, sondern auch Ihre Hilfe, meine Damen. Durch Ihre damals schon regelmäßigen Besuche waren Sie informiert und fanden über Beziehungen eine Lösung für das Problem. Mit Hilfe eines Legates von Frau Luise Guthmann und Ihrer Initiative, meine Damen, wurde die Tischtennishalle in einen Werkraum verwandelt und den Motorradfreunden ihre Parkmöglichkeiten genommen.

Mit Beginn der siebziger Jahre veränderte sich das Erscheinungsbild der Besucher im Kennedy-Haus und meine Mutter begann Spanisch zu lernen. In der Zeit litt das Haus an Überfüllung und in meiner Erinnerung drängelten sich damals bis zu fünfzig Kindern nachmittags in den beiden Räumen. Das soziale Umfeld im Phoenix-Viertel war nicht einfach. Auch in dieser Zeit hatte der DAFC immer ein offenes Ohr für meine Mutter und ich erinnere mich an Ihre Besuche, meine Damen, und wie wichtig diese und ihre Anteilnahme für meine Mutter waren.

In den darauffolgenden Jahren nahmen die Bildungsprobleme im Phoenix- Viertel proportional mit dem Migrationsverlauf zu und das Kennedy-Haus versuchte dem entgegen zu wirken. Als Abiturientin musste ich dann auch mithelfen und Schularbeiten mit den jugendlichen Besuchern machen

Während des Studiums übernahm ich das Spielhaus Rotenhäuser Feld in Wilhelmsburg und lernte Türkisch. Meine Mutter warb mich damals mit der Vorstellung ab, das Bildungsniveau in ihrer Einrichtung auf ein anderes Niveau zu bringen.

Dieses Anliegen konnte ich nur mit Ihrer Hilfe umsetzen, meine Damen. Sie ermöglichten dem Kennedy-Haus einen Anbau von rund 70 qm im Werte von ca. 40 000 DM, in dem in Ruhe mit den Kindern kognitiv gearbeitet werden konnte. Aus diesem Pool von Kindern sind in der Folgezeit nicht nur Busfahrer oder Werkzeugmacher hervorgegangen, sondern auch Lehrerinnen, Ärztinnen und Wissenschaftler.

Als meine Mutter 1989 in Rente ging, übernahm ich nicht nur ihr pädagogisches Erbe, sondern auch die Absicht, das Spielhaus Kennedy-Haus in ein Kinderzentrum zu verwandeln. Denn dies bedeutete nicht nur ein Mehr an finanziellen Mitteln, sondern auch eine größere juristische Sicherheit. In den folgenden Verhandlungen mit der Freien und Hansestadt waren Sie, meine Damen eine feste Größe. Als es dann letztlich um den Ausbau 1997 ging, beteiligten Sie sich großzügig erneut und ermöglichten der Einrichtung einen exklusiven Fluchtweg in Form einer Tunnelrutsche, die heute das Markenzeichen des Kennedy-Hauses ist. Seit der Eröffnung zum Kinderzentrum sind erneut zwölf Jahre vergangen, in denen Sie uns begleitet haben. Heute beträgt die Grundfläche des Kennedy-Hauses 500 qm. Sie steht täglich 200 Kindern aus 14 Ländern zur Verfügung. Die Kinder werden heute von 2 Lehrerinnen, 1 Heilpädagogin, 1 Kunstpädagogin und 3 Erzieherinnen, sowie Honorarkräften und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen betreut. Neben dem normalen Angebot eines Kindergartens und Spielhauses, verfügt das Kennedy-Haus über eine Kinderrestaurant, in dem die Kinder unentgeltlich gespeist werden, eine Lernwerkstatt, in der mit die Kinder eine spezielle kognitive Förderung erfahren, eine Fahrradwerkstatt, in der sie lernen, Fahrräder zusammenzubauen und einen Bauernhof, auf dem Kinder lernen mit Tieren umzugehen. Dass den Kindern heute ein derart differenziertes Lernangebot zur Verfügung steht, ist u.a. ihren regelmäßigen Besuchen, meine Damen, zu verdanken. Sie geben uns nicht nur die Kraft in der Arbeit fortzufahren, sondern auch Anregungen diese neuzugestalten. Ihre ständige Präsens ist für unsere Besucher wichtig. Die Kinder merken durchaus, dass Sie, meine Damen, auch an ihrem Leben Anteil nehmen und dieses Hinschauen stärkt sie. Für diese unermüdliche Patenschaft, meine Damen, sind wir Ihnen von Herzen dankbar.

Dr. Ann-Katrin Jobst 
Hamburg, 5. Mai 2010