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Ich lebe nun schon seit guten acht Monaten in Cincinnati,
Ohio und fühle mich unbeschreiblich wohl. Das Leben hat seinen typischen Alltag
und ich genieße jede Minute davon. Ich wohne noch immer in meiner Einzimmerwohnung und
erreiche alles zu Fuß.
In der Uni belege ich drei Seminare pro Quartal. Zwei davon
sind in dem German Department und das andere in European Studies. Was mich
besonders an der Universität von Cincinnati beeindruckt, sind die relativ
kleinen Seminare. Wir sind meistens ca. 6-8 Studenten in einem Seminar, wodurch
die Arbeitsatmosphäre eine ganz andere wird. Die Diskussionen verlaufen
unterschiedlich und viel intensiver als ich es aus Hamburg kenne. Die
Professoren kennen einen persönlich und können viel besser auf die Bedürfnisse
bzw. auf bestimmte Fragen eingehen. Die Professoren hier an der Universität
sind sehr freundlich, offen, hilfsbereit und haben immer ein offenes Ohr für
uns Studenten. Ich erlebe hier sozusagen genau das Gegenteil vom
Studentenleben, als ich es aus Deutschland kenne. In Hamburg kenne ich kaum die
Kommilitonen, die mit mir die gleichen Seminare belegen. Hier kennt sich jeder
beim Namen, da wir nur so eine kleine Runde sind. Das German Department ist ein
eingespieltes Team. Jeder kennt jeden und viele Freundschaften wurden geknüpft.
Wir helfen und motivieren uns immer gegenseitig. Man kann sich auf jeden
Einzelnen verlassen. Das ist wirklich ein sehr tolles Gefühl und eine
wunderbare Erfahrung, die ich hier sammeln darf.
Wir gehen meistens alle zusammen Mittagessen, es kommt
natürlich darauf an wer Zeit hat, aber im Großen und Ganzen esse ich immer mit
jemandem aus dem German Department Mittag. Ich habe wirklich sehr tolle
Freundschaften bilden können und möchte diese nicht mehr missen. Der Campus an sich ist wunderschön, besonders jetzt, wo der
Frühling kommt und alles anfängt zu blühen. Auf dem Campus kann man nur zu Fuß gehen
oder mit dem Fahrrad fahren. Die Garagen sind rund um den Campus platziert, so
dass nur die Shuttles bestimmte Bereiche des Campus abfahren und sonst keine
weiteren Autos zu sehen sind. Die Essensmöglichkeiten auf dem Campus sind
typisch amerikanisch. Wir haben hier viele Fastfoodketten, aber rund um den
Campus gibt es viele kleine Restaurants, welche das Angebot steigern. Die
Entscheidung, ob wir den Campus verlassen oder nicht hängt davon ab wie viel
Zeit wir haben. Abgesehen von dem Nahrungsangebot, bietet die Uni den Studenten
auch eine Bar und ein Kino auf dem Campus an. Ab und zu werden Filme angeboten,
die man sich für zwei Dollar angucken kann und man bekommt einen Snack und ein
Getränk gratis dazu. Ich finde dieses Angebot unglaublich toll und versuche so
viele Filme, gemeinsam mit meinen Freunden auf dem Campus anzugucken, wie nur
möglich. Wir waren auch gemeinsam in der Bar, die unter anderem auch
Billiardtische hat und für viel Spaß sorgt. Das sogenannte Recreation Center
ist das Sportcenter auf dem Campus. Es ist riesig und bietet unbeschreiblich
viele Angebote an. Zum Einen kann man an bestimmten Sportkursen wie Yoga oder
Cycling teilnehmen oder man benutzt eigenständig die Geräte, die in Massen zur
Verfügung stehen. Das Center beinhaltet auch ein Schwimmbad. Das bedeutet wir
haben ein großes Schwimmbecken, in dem man Bahnen schwimmen kann. Das zweite
Becken ist eher das Vergnügungsbecken, welches zum Spaß haben einlädt. Meiner
Meinung nach, sollten sich die deutschen Universitäten das von den Amerikanern
abgucken, denn es ist wirklich eine tolle Erfahrung, all diese Geräte benutzen
zu können. Ich nutze diese Gelegenheit oft und fühle mich dadurch fitter.
Das Unterrichten macht wahnsinnigen Spaß. Ich unterrichte
die fortgeschrittenen Studenten und freue mich immer weitere Erfolge zu
bemerken. Ich plane meinen Unterricht selber, was mich anfangs sehr nervös
gemacht hat, doch jetzt habe ich den Dreh raus und bekomme es recht gut hin.
Die positive Rückmeldung meiner Studenten motiviert mich noch mehr und
bestätigt mir, dass ich das richtige Berufsbild des Lehrerdaseins anstrebe.
Wenn ich nicht unterrichte oder im Seminar sitze, treffe
ich mich immer mit meinen Freunden und unternehme etwas. Ich habe schon viel
von Cincinnati gesehen und war während des Spring Breaks in L.A. und Las Vegas.
Ich versuche so viel von den Staaten zu erkunden wie ich nur kann. Es ist
wirklich sehr interessant, wie unterschiedlich die verschiedenen Staaten sein
können. Die Sonne in L.A. war sehr angenehm, besonders nach der Kälte und dem
ganzen Schnee in Cincinnati.
Die letzten Monate stehen an und dann heißt es wieder
Abschied nehmen. Ich habe zwischendurch in Betracht gezogen, meinen Aufenthalt zu
verlängern, jedoch hat mir die Universität Hamburg leider einen Strich durch die Rechnung
gemacht. Das wird mich aber nicht davon abhalten wieder her zu kommen, um vielleicht
doch noch meinen Master hier an der Universität Cincinnati abzuschließen. Ich
werde hier noch einmal betonen, wie dankbar ich dem VDAC bin, welcher mir diese
Möglichkeit ermöglicht hat. Ich genieße die Zeit hier sehr und merke, wie ich
an den Aufgaben und Erfahrungen wachse. Also, vielen Dank.
Ganz liebe Grüße aus Cincinnati!
Josi
Josefine Tunsch
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